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15.05.2013

Die unbekannte Volkskrankheit

Europäischer Tag der Herzschwäche – Infotag an der Uniklinik Würzburg

Mit dem europaweit einzigartigen Herzballon Sky-Heart abheben und über Würzburg schweben: Diesen Traum erfüllten sich die Gewinnerin des Herz-Wissens Quiz der Uniklinik Würzburg, Gudrun Freund, sowie ihre Schwester Sonja Graf und Ehemann Roland. Mit dem Start des herzförmigen Heißluftballons auf dem Gelände des künftigen Forschungsgebäudes des „Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz“ als Symbol wurde am Wochenende der „Europäische Tag der Herzschwäche“ eröffnet. Es folgte ein generationenübergreifender Informationstag für die Bevölkerung mit Vorträgen, Gesundheitschecks, Führungen sowie einer Kochdemonstration rund um die gesunde Mittelmeerküche.

Abwechslungsreiche Kurzvorträge
In Impulsreferaten erläuterten Kardiologen und Herzchirurgen aus der Uniklinik sowie der niedergelassene Kardiologe Dr. Hinrik Strömer den zahlreichen Besuchern das Krankheitsbild Herzschwäche. Wie Dr. Ulrich Hofmann ausführte, wüssten viele Menschen nicht, dass bei Herzschwäche die Überlebenschancen und die Einschränkungen der Lebensqualität mit der von Krebserkrankungen vergleichbar sind. Als Anzeichen für Herzschwäche nannte Dr. Hofmann Atemnot, Abnahme der Leistungsfähigkeit, Müdigkeit, Schwellungen an Füßen und Unterschenkeln durch Wassereinlagerungen, Gewichtszunahme und beschleunigten Herzschlag in Ruhe. Herzschwäche werde oft begleitet von Atemwegserkrankungen, Nierenfunktions- und Herzrhythmusstörungen sowie Depression. Psychologie Dr. Stefan M. Schulz von der Uni Würzburg ging darauf ein, wie Angst, Stress und sonstige Belastungen die Herzgesundheit angreifen und wie Betroffene vorbeugen können. Alfred Hemmerich, der seit 2004 an chronischer Herzschwäche leidet und langjähriger Patient an der Uniklinik Würzburg ist, machte den Zuhörern Mut, indem er im Gespräch aufzeigte, dass er durch eine aktive Lebensweise und positive Grundeinstellung auch mit Herzschwäche ein erfülltes Leben führt.

Telemedizin
An den Infoständen rund um das Thema Herzschwäche konnten sich die Besucher über die Betreuungsangebote im „Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz“ an der Uniklinik informieren sowie Gesundheitschecks durchführen. Ein Fokus der Präsentationen lag auf der Telemedizin. Vorgestellt wurden neue Systeme, bei denen per Internet oder Mausklick z.B. die Blutdruck- und EKG-Daten eines Patienten von zu Hause aus in Klinik oder Praxis übermittelt werden können. So können im Idealfall auftretende Probleme frühzeitig erkannt und behandelt werden. Bei einer Echokardiographie (Herzultraschall) hatten Interessierte Gelegenheit, einen Blick auf ein Ultraschallbild ihres Herzens zu werfen und sich erklären zu lassen, ob eine Veränderung des Herzmuskels zu erkennen ist.

Ausstellung: „Was bedeutet Ihnen Ihr Herz?“
In einer begleitenden Ausstellung wurden persönliche Stellungnahmen von Politikern und Sportlern aus Bayern und Deutschland gezeigt, die auf die Frage geantwortet hatten: „Was bedeutet Ihnen Ihr Herz?“ Manche Promis ließen sich tief ins Herz blicken. So verriet Oberbürgermeister Georg Rosenthal in seiner Stellungnahme: „[…] [Auch ich] versuche täglich auf mein Herz zu hören. Wie ein sechster Sinn leitet es mich. Es ist ein emotionales Frühwarnsystem mit eigener, innerer Sehkraft. Es weist mir u.a. den Weg zur Wirklichkeit und zum richtigen Handeln.“ Gesundheitsminister Daniel Bahr legte viel Wert auf die Gesundheitsvorsorge: „[…] Regelmäßige Bewegung, Laufen und Wandern, aber auch gesunde Ernährung und Vermeiden von Risiken wie Rauchen und übermäßiger Alkoholgenuss sind wichtig. Ich laufe gerne und regelmäßig, das stärkt meine Fitness. Dies gibt mir die Motivation für den Kampf gegen den eigenen “inneren Schweinehund”, damit mein Herz mich auch noch in einigen Jahren einen Marathon zu Ende laufen lässt”.

Externe Partner
Erstmals beteiligten sich auch externe Partner aus Würzburg an dem Patiententag zur Herzschwäche der Uniklinik. Die Volkshochschule Würzburg bot ein interaktives Seminar „Aktiv gegen Herzschwäche“ an, die Katholische Akademie Domschule beleuchtete in einer Vortragsveranstaltung die Bedeutung des Herzens im Alten Testament.

Prof. Dr. Georg Ertl, Sprecher des „Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz“ und des „Kompetenznetz Herzinsuffizienz“, die gemeinsam den Patiententag der Uniklinik organisiert hatten, zog eine zufriedene Bilanz: „Es ist uns gelungen, das weit verbreitete Krankheitsbild Herzschwäche ins Blickfeld zu rücken, die Besucher für die Risikofaktoren zu sensibilisieren und ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie durch eine gesunde Lebensführung einer Erkrankung vorbeugen können.“ Der Informationstag fand im Rahmen des Europäischen Tages der Herzschwäche statt. 15 weitere Kliniken in Deutschland beteiligten sich mit eigenen Patientenveranstaltungen an dem Tag.

Foto: Alexander Berg (Geschäftsführer des DZHI) und Prof. Dr. Stefan Störk (Wissenschaftlicher Geschäftsführer des DZHI) mit den Gewinnern Sonja und Roland Graf, Gudrun Freund und Pilot Jörg Krause mit einem Mitarbeiter unmittelbar vor dem Start des Heißluftballons.