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TP 4 Epidemiology of Heart Failure

Hintergrund

Patienten mit den klinischen Symptomen einer Herzinsuffizienz präsentieren sich meist primär ihrem Hausarzt. Die Differentialdiagnose ist in der Hausarztpraxis jedoch oft schwierig, und eine definitive Diagnosesicherung meist nur mit aufwändigeren Methoden beim Facharzt möglich. In mehreren Studien zeigte sich eine überraschend niedrige diagnostische Trefferquote, wenn als diagnostische Kriterien ausschließlich Symptome und klinische Zeichen zugrunde gelegt wurden. Bisher standen dem Hausarzt keine Möglichkeiten zur systematischen Durchführung von Verfahren wie einer orientierenden Echokardiographie oder der Bestimmung natriuretischer Peptide vor Ort zur Verfügung, welche erlauben, das Vorliegen einer Herzinsuffizienz bzw. einer kardialen Dysfunktion mit größerer Wahrscheinlichkeit nachzuweisen oder auszuschließen. Zur Untersuchung der Durchführbarkeit und des Nutzens der Anwendung dieser Untersuchungsmethoden im ambulanten Bereich bedarf es zunächst kontrollierter klinischer Studien. Voraussetzung dafür sind gute Organisationsstrukturen, die multizentrische kontrollierte Diagnosestudien durchführbar machen.

Zielsetzung

Ziel des TP6a war es, eine Studie zur Verbesserung der Primärdiagnostik der Herzinsuffizienz im hausärztlichen Bereich durchzuführen. In Kooperation mit dem Universitätsklinikum Essen und dem KKS Leipzig sollte die Durchführbarkeit und der diagnostische Nutzen der Anwendung der Echokardiographie und des Plasmamarkers BNP in der Primärdiagnostik von diagnostisch naiven Patienten mit dem klinisch-anamnestischen Verdacht auf das Vorliegen einer Herzinsuffizienz durch den Hausarzt geprüft werden. Die Studienhypothese war, dass sowohl BNP, als auch Echo die diagnostische Treffsicherheit verbessern, am meisten jedoch BNP plus Echo. Im Rahmen einer Follow-up Studie wird zusätzlich die prognostische Aussagekraft der erhobenen Messwerte (Biomarker und Echoparameter) geprüft.

Hauptergebnis

Der Einsatz von kleinen handgehaltenen echokardiographiegeräten sowie Schnelltests zur Bestimmung natriuretischer Peptide (BNP) erhöhen die Spezifität einer Herzinsuffizienz-Diagnose im hausärztlichen Umfeld (Handheld-BNP-Studie). Allerdings sinkt die diagnostische Sensivität, d. h. das Risiko steigt, dass die Krankheit unentdeckt bleibt. Insbesondere die BNP-Werte liefern für die Krankheitsprognose relevante Informationen.

Schlüsselpublikationen

  • Stritzke J et al. The aging process of the heart: obesity is the main risk factor for left atrial enlargement during aging: the MONICA/KORA (monitoring of trends and determinations in cardiovascular disease/ cooperative research in the region of Augsburg) study. J Am Coll Cardiol. 2009;54:1982-9.
  • Markus MR et al. Implications of persistent prehypertension for ageing-related changes in left ventricular geometry and function: the MONICA/KORA Augsburg study. J Hypertens. 2008;26:2040-9.
  • Völzke H et al. Regional differences in the prevalence of left ventricular hypertrophy within Germany. Eur J Cardiovasc Prev Rehabil. 2009;16:392-400.

Forschungsperspektive

Nach Studienabschluss soll mit Kostenträgern und Ärztevertretern eine mögliche Erweiterung der Herzinsuffizienz-Diagnostik im hausärztlichen Bereich diskutiert werden. Geplant ist zudem, in Kooperation mit Industriepartnern zusätzliche Biomarker auf ihre diagnostische Verwertbarkeit zu prüfen.

Kontakt

Prof. Dr. Hans-Werner Hense
Universität Münster, Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin
Tel.: +49 (0)251 8355399
E-Mail: ed.retsneum-inunull@esneh