Aktiv für ein gesundes Herz

Rund 500 Besucher strömten am Europäischen Tag der Herzschwäche in das neue DZHI-Gebäude

Lautes Fahrradklingeln vor dem Forschungsgebäude des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI): Erschöpft und glücklich erreichen die Teilnehmer der „Tour mit Herz“ nach dem steilen Anstieg am Würzburger Schwarzenberg ihr Ziel. Die Radtour ist in diesem Jahr gemeinsam mit dem STADTRADELN der Stadt Würzburg gestartet, um für mehr Bewegung im Alltag zu werben. Diese Aktion spiegelt auch das Motto des diesjährigen „Europäischen Tages der Herzschwäche“ (HFA-Day) wieder: Information und Aktion. Anlässlich des HFA-Days luden KNHI und DZHI am vergangenen Wochenende die Bevölkerung zum Tag der offenen Tür ein.

Im Gespräch mit Experten

Zur Information trugen am Tag der offenen Tür Ärzte aus dem DZHI, der Uniklinik, weiterer Würzburger Kliniken und aus dem ambulanten Bereich bei. In Referaten und einer öffentlichen Sprechstunde erläuterten die Experten das komplexe Krankheitsbild Herzschwäche. Sie gingen auf Ursachen, Risikofaktoren, Therapiemöglichkeiten und Begleiterkrankungen der Volkskrankheit Herzschwäche ein. „Viele Menschen wissen nicht, dass bei unbehandelter Herzschwäche die Überlebenschancen und die Einschränkungen der Lebensqualität mit der von Krebserkrankungen vergleichbar ist“, erläuterte Kardiologe Prof. Stefan Störk vom DZHI. „Deshalb gehört Herzschwäche zu den vielfach unterschätzten Krankheiten.“ An 18 Infoständen erwarteten die rund 500 Besucher Informationen zu Forschung und Behandlung am DZHI, Gesundheitschecks sowie ein Herzquiz. Außerdem stellten sich die Stadt Würzburg sowie verschiedene Selbsthilfegruppen vor. Am Nachmittag wurde eine neue Selbsthilfegruppe Herzschwäche gegründet, die sich das erste Mal am 12. Juni im DZHI trifft. Einblicke in die Forschungslabore des DZHI gaben Prof. Brenda Gerull und ihr Team. Prof. Laura Schreiber erläuterte den Besuchern die zukunftsweisende Technik des neuen 7-Tesla-MRT. Besonders gefragt waren auch die Kochvorführungen zum Thema “gesunde Mittelmeerküche” – denn hier gab es wertvolle Tipps, wie man ein gesundes Gewicht hält, ohne auf Genuss zu verzichten.

Sein Herz aktiv in die Hand nehmen

Mit von der Partie waren die Handballer der DJK Rimpar Wölfe, die schon zum zweiten Mal als Botschafter den HFA-Day unterstützten. Unter anderem gab es ein Handballtorwerfen mit den „Wölfen“ sowie eine Autogrammstunde. Mut zur Improvisation zeigten die Schülerinnen des Röntgen-Gymnasiums, die ihre Tanzperformance  „Herz in Bewegung“ nach einem Regenschauer kurzerhand in das DZHI verlegten.

Herz-Einhorn auf Skateboard

Auch für Kinder hielt der HFA-Day einige Höhepunkte bereit. Sie konnten Herzballons aufsteigen lassen und waren zur Preisverleihung des Schul-Malwettbewerbs „Maskottchen für ein gesundes Herz“ eingeladen. Etwa 120 Schüler/innen aus neun Schulen in Würzburg und Umgebung hatten an der fünften Ausgabe des Wettbewerbs „Gesundes Herz macht Schule“ teilgenommen. Sie standen vor der anspruchsvollen Aufgabe, in der Gruppe oder alleine ein Maskottchen zu entwickeln, das sie zu einer gesunden Lebensweise motiviert. Die eingereichten Kunstwerke beeindruckten die Fachjury sowohl technisch als auch ideell: Von einem Herz im Ballett-Tutu über einen Salatkopf mit Herz bis zu einem Skateboard fahrenden Einhorn in Herzformat – die Kreativität der Schüler/innen aus den Klassen 1 bis 6 kannte keine Grenzen. Weil eine Vielzahl der Kunstwerke sehr anspruchsvoll war, einigte sich die Jury darauf, mehrere Einzel-, Gruppen- und Klassenpreise zu vergeben.  

Volkskrankheit Herzinsuffizienz

Herzinsuffizienz (Herzschwäche) ist eine der am stärksten drängenden medizinischen  und  sozioökonomischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Sie belegt den ersten Platz der Ursachen-Hitliste für krankheitsbedingte Klinikeinweisungen. Bundesweit sind bis zu drei Millionen Menschen betroffen, jeder zweite stirbt innerhalb von vier Jahren nach der Diagnose. Aufklärung ist deshalb dringend erforderlich. Diesem Ziel hat sich die Europäische Gesellschaft für Kardiologie mit dem jährlich stattfindenden „Europäischen Tag der Herzschwäche“ verschrieben.