Möglichkeiten der Behandlung

Eine Herzschwäche ist eine ernste chronische Erkrankung. Ziel einer Behandlung ist es, das Herz zu entlasten und eine bessere Lebensqualität sowie höhere Belastbarkeit zu erreichen.

Eine Herzschwäche entsteht meistens aufgrund einer anderen Erkrankung. Dann ist es wichtig, zuerst diese Grunderkrankung zu behandeln. Die häufigsten Ursachen, die eine Herzschwäche auslösen können, sind Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Bluthochdruck und verschiedene Herzmuskelerkrankungen.

Ein zu hoher Blutdruck oder Puls kann medikamentös und durch eine Umstellung der Lebensweise gesenkt werden. Wird der Herzmuskel aufgrund einer Verengung der Herzkranzgefäße nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt, muss das mit einem Ballonkatheter und einer Stent-lmplantation oder einer Bypass-Operation behandelt werden. Besteht eine Klappenerkrankung, sollte diese durch eine Operation therapiert werden.

Sind alle möglichen Ursachen behandelt, dann können im nächsten Schritt Medikamente helfen, die Symptome der Herzschwäche zu lindern und eine bessere Lebensqualität herstellen. Bei einer chronischen Herzschwäche müssen die Medikamente meist ein Leben lang eingenommen werden. Manche Menschen benötigen zusätzlich spezielle Herzschrittmacher, die die Pumpleistung verbessern und bei Herzrhythmusstörungen helfen. Sind alle Möglichkeiten ausgeschöpft, bleibt bei einer schweren Herzschwäche als letzte Behandlungsoption nur noch die Herztransplantation oder der Einbau eines sogenannten Herzunterstützungssystems, welches das Herz in seiner Pumparbeit unterstützt.

Welche Medikamente gibt es?

Welche Medikamente für Sie geeignet sind, hängt von Ihren Symptomen, Ihrem Gesundheitszustand und Ihrer Lebensweise ab. Ihr Arzt wird mit Ihnen eine individuelle Therapie besprechen, die sich möglichst an den aktuellen Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften orientiert. Es ist sehr wichtig, die Medikamente genau nach Vorschrift einzunehmen. Manche Medikamente haben Nebenwirkungen. Wenn Sie deshalb Bedenken haben, sollten Sie das unbedingt mit Ihrem Arzt besprechen. Die häufigsten Medikamentengruppen gegen Herzschwäche sind folgende:

ACE-Hemmer blockieren die Wirkungen des Hormons Angiotensin II, welches die Blutgefäße verengt. Eine Behandlung mit ACE-Hemmern erweitert die Gefäße, senkt den Blutdruck und entlastet das Herz. Manche Betroffene entwickeln von dem Medikament einen Reizhusten. ln diesem Fall muss die Dosis reduziert oder der ACE-Hemmer abgesetzt werden.

AT1-Antagonisten blockieren die Bindungsstellen des Angiotensin II an den Erfolgsorganen (Herz, Blutgefäße sowie Nieren), verringern dessen Wirkung und führen ähnlich wie ACE-Hemmer zu einer Entlastung des Herzens.

Betablocker schützen das Herz vor den ungünstigen Auswirkungen erhöhter Stresshormone. Das Herz schlägt dadurch langsamer und effizienter. Betablocker werden zu Beginn in sehr niedrigen Dosen verabreicht. Über acht bis zwölf Wochen wird die Dosis langsam auf die empfohlene Menge gesteigert. Trotzdem kann es zu Beginn der Behandlung zu einer Zunahme der Leistungsschwäche kommen. Möglicherweise steigt zu Beginn der Behandlung das Müdigkeitsgefühl, was allerdings kein Grund zur Beunruhigung ist. Nach einigen Monaten übersteigt die körperliche Belastbarkeit aber den ursprünglichen Stand deutlich. Die häufigste Nebenwirkung einer Therapie mit Betablockern ist ein zu niedriger Blutdruck und ein zu langsamer Herzschlag, die nur dann bedenklich sind, wenn sie mit Schwindel und Schwarzwerden vor den Augen bis hin zur Bewusstlosigkeit einhergehen.

Diuretika helfen dem Körper dabei, überschüssige Flüssigkeit loszuwerden und führen zu einer erhöhten Harnausscheidung. Sie normalisieren das Blutvolumen und tragen so zu einer Entlastung des Herzmuskels bei, da es weniger Flüssigkeit durch den Körper transportieren muss. Unter der Behandlung mit Diuretika sollten die Konzentration der Mineralien Natrium und Kalium im Blut sowie die Nierenfunktion regelmäßig kontrolliert werden. Niedrige Kaliumwerte können Auslöser von verschiedenen Herzrhythmusstörungen sein. Eine Einsparung an Diuretika ist durch eine salzarme Ernährung möglich und sollte unbedingt angestrebt werden.

Aldosteron-Antagonisten sind „schwache“ Diuretika. Sie blockieren die Wirkungen eines Hormons, das in den Nebennieren gebildet wird. Sie senken den Blutdruck, reduzieren die Flüssigkeitsansammlungen und schützen damit das Herz.

Digitalispräparate enthalten den Wirkstoff der Fingerhutpflanze und sind ein bewährtes Medikament zur Behandlung bestimmter Formen von Herzrhythmusstörungen. Sie können das Herz stärken und die Herzrate leicht reduzieren und eignen sich besonders für Menschen mit Herzinsuffizienz, die einen unregelmäßigen Herzrhythmus (Vorhofflimmern) haben. Bei Nebenwirkungen sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.

If-Kanal-Hemmer sind Medikamente, die die Herzfrequenz reduzieren. Sie wirken, indem sie am sogenannten Sinusknoten im Herzen besondere Ionenkanäle (If-Kanäle genannt) hemmen. Über diese If-Kanäle wird die Herzfrequenz kontrolliert. Bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz und erhöhtem Ruhepuls werden sie zusätzlich zur Betablockertherapie empfohlen, um so vor den Folgen der Erkrankung und Krankenhauseinweisungen zu schützen.

Was es bei der Medikamenteneinnahme zu beachten gibt

Auch in Phasen, in denen man sich gut fühlt, kann es sein, dass sich die Herzschwäche weiter verschlechtert. Daher ist es wichtig, die verordneten Medikamente regelmäßig und zuverlässig einzunehmen, auch wenn keine oder nur geringe Beschwerden bestehen. Die Einnahmehinweise auf dem Beipackzettel (z. B. ob die Medikamente vor oder nach der Mahlzeit einzunehmen sind) sind unbedingt zu beachten. Für die Medikamenteneinnahme kann es hilfreich sein, sich eine in der Apotheke erhältliche Pillendose anzuschaffen. Damit behält man besser den Überblick, welche Medikamente bereits genommen oder welche vergessen wurden. Wahrscheinlich werden Sie mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen müssen. Dann ist es sinnvoll, eine Medikamentenliste zu führen, die Angaben zu Medikamentenbezeichnung, Wirkstärke, Anzahl der Tabletten sowie Tageszeit der Einnahme enthält. Verschlechtert sich Ihr Gesundheitszustand oder treten Nebenwirkungen durch die Medikamente auf, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Die meisten Medikamente gegen Herzinsuffizienz müssen zuverlässig jeden Tag eingenommen werden. Deshalb denken Sie unbedingt vor einem Urlaub daran, dass Sie sich rechtzeitig ein neues Rezept holen, damit Sie immer ausreichend Medikamente haben.

Was kann ich tun, wenn ich eine Medikamenteneinnahme vergessen habe?

Wenn Sie vergessen haben, die Tabletten einzunehmen, sollten Sie nicht bei der nächsten Medikamenteneinnahme die doppelte Menge einnehmen. Dies gilt insbesondere für Betablocker und Digitalispräparate. Eine Ausnahme stellen Diuretika dar. Hier kann es in Absprache mit dem Arzt sinnvoll sein, die Menge der Tabletten an die Beschwerden bzw. an das Körpergewicht anzupassen.

Welche Medikamente darf ich nicht mit Medikamenten gegen Herzschwäche kombinieren?

Vorsicht ist angezeigt bei vielen einfachen Schmerzmitteln, den sogenannten Coxinhibitoren, beispielsweise Acetylsalicylsäure (in hohen Dosen), Diclofenac oder lbuprofen.

Haben Vitamine, Pflanzliche Stoffe oder Homöopatische Mittel eine nachweisliche Wirkung auf die Herzschwäche?

Vitamine haben keine nachweislich positive Wirkung auf die Herzinsuffizienz, genauso wenig wie pflanzliche Stoffe oder homöopathische Mittel. Bei einigen Präparaten sind jedoch ungünstige Wechselwirkungen mit den notwendigen Medikamenten für die Therapie der Herzschwäche nicht ausgeschlossen, sodass Zusatzmittel am besten vermieden werden sollten.

Was Sie Ihren Arzt fragen können…

  • Wie viele Pillen muss ich einnehmen und zu welcher Zeit?
  • Können die Medikamente irgendwelche Nebenwirkungen hervorrufen?
  • An wen muss ich mich wenden, wenn ich der Ansicht bin, das meine Medikamente unerwünschte Wirkungen zeigen?
  • Was geschieht, wenn ich die Einnahme einmal vergesse? Wie häufig muss ich ein neues Rezept besorgen?

(Quelle: heartfailurematters.org)

Welche medizinischen Geräte können mir helfen?

Wenn Sie einen zu langsamen Herzschlag haben oder Ihr Herzrhythmus nicht in Ordnung ist, kann die Implantation eines Herzschrittmachers hilfreich sein. Dieser wird in der Regel in einer örtlichen Narkose unter der Haut eingesetzt und eine Sonde wird zur rechten Herzkammer vorgeschoben. Der Herzschrittmacher arbeitet, ohne dass Sie das direkt spüren. Bei besonders schweren Formen der Herzrhythmusstörungen kann ein implantierbarer Defibrillator notwendig werden. Sind die Herzrhythmusstörungen so stark, dass keine gerichtete Herzaktion mehr stattfindet und der Patient bewusstlos wird, unterbricht der Defibrillator die Herzrhythmusstörungen durch einen Stromstoß und ermöglicht wieder die Aufnahme einer rhythmischen Herztätigkeit.

Defibrillatoren schützen also vor einem plötzlichen Herztod. Schlägt die linke Herzkammer asynchron, d. h. die verschiedenen muskulären Anteile der Herzkammer pumpen nicht in der notwendigen zeitlich geordneten Reihenfolge, so besteht die Möglichkeit der Resynchronisation. Diese kann man durch den Einsatz eines speziellen Schrittmachers mit einer zusätzlichen Sonde erreichen. Das Verfahren nennt man kardiale Resynchronisationstherapie (CRT). Der Eingriff erfordert spezielle Kenntnisse in der Schrittmachertherapie und wird an vielen Herzzentren als Routineeingriff durchgeführt.

Wenn alle anderen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind und der Patient an einer sehr schweren Herzschwäche leidet, dann kann ein mechanisches Herzunterstützungssystem weiterhelfen. Diese Systeme werden auch Kunstherz genannt. Sie kommen nur zum Einsatz, wenn das eigene Herz seine Pumpfunktion nicht mehr ausreichend erfüllen kann. In der Regel erhalten nur Patienten ein Kunstherz, die auf der Warteliste zur Herztransplantation stehen. Die Herztransplantation steht als letzte Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung.

Was Sie Ihren Arzt fragen können…

  • Wie kann ich herausfinden, ob mir ein solches Gerät implantiert werden muss? 
  • Was sind die Risiken im Zusammenhang mit der Implantation eines solchen Gerätes? 
  • Muss das Gerät in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) oder in Vollnarkose eingesetzt werden? 
  • Ist für das Einsetzen des Gerätes ein Klinikaufenthalt über Nacht erforderlich? 
  • Wie häufig muss ich zur Überprüfung des Geräts in die Klinik kommen? 
  • Kann ich damit Flugreisen unternehmen, Auto fahren und sonstigen normalen Aktivitäten nachgehen? 
  • Muss ich nach dem Einsetzen des Gerätes zusätzliche Medikamente einnehmen?

(Quelle: heartfailurematters.org)