Einleitung

Ein Herz pumpt fast 180 Millionen Liter Blut im Laufe eines 75 Jahre dauernden Menschenlebens durch den Körper. Doch was ist, wenn die Kraft des Herzmuskels nachlässt?

Bild: 3. Platz beim Malwettbewerb “Mein Herz – Ein Wunderwerk” der Uniklinik Würzburg (Mai 2013), Louisa-Mia Lutz, Maria Gryaznova, Valentina Lurz: „Mein Herz – mein Haus“, Gymnasium Veitshöchheim, Klasse 5a

2 bis 3 Millionen Menschen in Deutschland sind davon betroffen. Sie leiden unter einer Herzschwäche, die in Fachkreisen als Herzinsuffizienz bezeichnet wird. In ihrem Lebensalltag sind dadurch viele Betroffene stark beeinträchtigt. Schon kleine Belastungen führen zu Atemnot, die Beine schwellen an und es kommt zu Wassereinlagerungen auch an anderen Stellen. Häufig zeigt sich eine verminderte Leistungsfähigkeit, Müdigkeit und Appetitlosigkeit. Zudem können Herzrhythmusstörungen auftreten.

Die statistischen Zahlen zu Herzschwäche sind alarmierend: Hierzulande ist diese Erkrankung der zweithäufigste Grund für einen Krankenhausaufenthalt, rund 250.000 Patienten werden jährlich mit diesem Krankheitsbild in eine Klinik eingewiesen. Die Gesundheitskosten zur Behandlung steigen ständig. Aufgrund der zunehmenden Alterung der Bevölkerung ist abzusehen, dass künftig immer mehr Menschen an Herzschwäche erkranken werden.

Um dieser Entwicklung gegenzusteuern, ist eine systematische Aufklärung der Bevölkerung nötig. Wer gut informiert ist, kann einer Erkrankung besser vorbeugen und sich im Fall einer bereits vorhandenen Herzinsuffizienz angemessen verhalten. Durch neue Behandlungsmethoden und moderne Medikamente kann bei Betroffenen eine deutliche Steigerung der Lebensqualität erzielt werden. Maßgeblich für den Behandlungserfolg ist auch der Patient selbst. Gesunde Ernährung und Herzsport steigern die Lebensqualität deutlich. Regelmäßige Arztbesuche sind die Basis für eine optimierte Therapie.

Das Kompetenznetz Herzinsuffizienz, eine bundesweite Allianz zur Erforschung der Herzschwäche, hat sich die ständige Verbesserung von Vorbeugung, Früherkennung und Therapie bei Herzinsuffizienz zum Ziel gesetzt. Es engagiert sich dafür, durch exzellente Gesundheitsforschung die medizinische Versorgung von Herzpatienten stetig zu verbessern. In zahlreichen Studien hat das Netzwerk seine Leistungsfähigkeit bewiesen und wegweisende Einsichten in die Mechanismen des Herzversagens und die Möglichkeiten seiner Therapie gewonnen. Die neuen Erkenntnisse werden an die Ärzte weitergegeben und können so unmittelbar in die Patientenbehandlung einfließen. Betroffenen bietet das Kompetenznetz Herzinsuffizienz darüber hinaus Schulungen und Seminare an: So lernen Patienten und Angehörige, ihre Krankheit zu verstehen und bestmöglich mit ihr zu leben.

Die folgenden Seiten erläutern Ihnen anschaulich Symptome, Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten der Herzschwäche und beantworten häufig auftretende Fragen. Sie bieten eine Fülle an praktischen Ratschlägen, Tipps und Empfehlungen, die von Kardiologen und Präventionsspezialisten speziell für Patienten mit Herzschwäche sowie für Gesunde erarbeitet wurden. Auch mit Herzschwäche ist ein aktives und erfülltes Leben möglich.

Wir wünschen Ihnen gutes Gelingen bei der Umsetzung in Ihren Lebensalltag!

 

 

 

 

 

 

 

Prof. Dr. Georg Ertl
Sprecher des Kompetenznetzes Herzinsuffizienz 

 

 

 

 

 

 

 

Prof. Dr. Stefan Störk
Wissenschaftlicher Geschäftsführer
des Kompetenznetzes Herzinsuffizienz