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Unter vier Augen – Prof. Dr. Stefan Störk im Interview

Prof. Dr. Stefan Störk aus Würzburg steht seit dem 01.11.2011 dem KNHI als wissenschaftlicher Geschäftsführer vor. Der Kardiologe mit dem Schwerpunkt Epidemiologie äußert sich im Interview über die aktuelle Situation und anstehende Herausforderungen des KNHI.

Wie sehen Sie das Kompetenznetz aufgestellt?

In den beinahe 10 Jahren seines Bestehens hat das Kompetenznetz Herzinsuffizienz Beachtliches geleistet und durch eine effiziente Gesundheitsforschung auf hohem Qualitätsniveau die medizinische Versorgung von Herzinsuffizienzpatienten verbessert. Dem Netzwerk ist es gelungen, mit der Biodatenbank und der ZSSB zukunftsweisende Infrastrukturprojekte zu implementieren. Das KNHI betreute seit seiner Gründung 2003 insgesamt 23 nationale und internationale Projekte und Studien.

Welche Perspektiven sehen Sie für das Kompetenznetz in 2013?

Mit dem Auslaufen der Förderung durch  das BMBF Ende April 2013 stehen wir vor der großen Aufgabe, unser Netz zukunftssicher aufzustellen. Das Ziel für 2013 ist es, das KNHI strukturell und wissenschaftlich optimal zu positionieren. Wir werden die nächsten Monate nutzen, um die geplante Zusammenarbeit mit dem 2011 gegründeten Deutschen Zentrum für Herz-Kreislaufforschung (DZHK) und dem Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz inhaltlich auszugestalten. Das DZHK verfolgt ähnliche Forschungsziele wie das KNHI, nämlich die rasche Umsetzung exzellenter Grundlagenforschung in klinische Forschung und Behandlungskonzepte. Hier bieten sich zahlreiche Anknüpfungspunkte für gemeinsame Aktivitäten zwischen beiden Partnern, zum Beispiel die Durchführung bundesweiter Klinischer Studien oder die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Eine bedeutende Ressource, auf die wir zurückgreifen können, ist die Studiendatenbank des KNHI mit angegliederter Biomaterialbank, die eine europaweit einzigartige Forschungsressource bietet. Die mehr als 12.000 Biomaterialproben von herzinsuffizienten Patienten stehen für vielfältige Forschungsfragen zur Verfügung. Bei dem letzten Auswertetreffen der aktuellen Projektpartner Ende Oktober 2012 in Würzburg ist deutlich geworden, wie immens der Ideenschatz für weitere Forschungsvorhaben sowohl in der Grundlagenforschung als auch für klinische Studien national wie international ist.

Welche Schwerpunkte sind für das nächste Jahr geplant?

Neben der horizontalen und vertikalen Vernetzung im System sehen wir es als wichtige Aufgabe an, über das Krankheitsbild Herzinsuffizienz und seine Behandlungsmöglichkeiten zu informieren und medizinische Forschungsergebnisse transparent zu machen. Dazu bietet die Geschäftsstelle des KNHI verschiedene Services an. Seit Anfang Dezember online ist unser neuer Internetauftritt, der in frischem Design und mit erweitertem Inhalt sowohl die Wissenschaft als auch die Patienten bzw. potenziellen Patienten über das Leistungsangebot des KNHI sowie über das Krankheitsbild Herzinsuffizienz informiert. Für Anfang 2013 ist eine Neuauflage mit aktualisierten und erweiterten Inhalten unseres Patientenratgebers geplant. Neben den bewährten Patientenseminaren, die wir fortsetzen werden, bildet ein Höhepunkt in 2013 der „Europäische Tag der Herzschwäche“, der von der Geschäftsstelle der KNHI in Kooperation mit dem DZHI inhaltlich geplant und umgesetzt wird. Er findet an dem Wochenende 10.-12.05.13 statt. Unser Ziel ist es, gemeinsam Flagge zu zeigen und möglichst viele nationale und internationale Partner für eine Teilnahme zu gewinnen. Die Geschäftsstelle unterstützt alle Teilnehmer bei der Vorbereitung.