Zurück zur Übersicht

01.09.2015

Qualitätskontrolle zur KNHI-Biobank

Unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Stefan Störk führt cand. med. Jonas Müntze zurzeit eine Qualitätskontrolle von Serum- und Plasmaproben der Biomaterialbank des Kompetenznetzes Herzinsuffizienz durch, die zentral in Berlin lagern. Ziel des Projektes ist es, die Qualität der Proben abzuschätzen, mögliche Einflussfaktoren auf die Probenqualität zu ermitteln sowie Maßnahmen zur Qualitätserhöhung zu definieren. Für die Untersuchung berücksichtigt wurden Proben aus der „Diast-CHF-Studie“ (Diastolische Herzinsuffizienz) des KNHI und der INH-Studie (Interdisziplinäres Netzwerk Herzinsuffizienz), sowie ergänzend lokale Proben aus Würzburg. Es wurden Proben von Studienpatienten untersucht, die gemäß Standards des KNHI im Zeitraum seit 2005 nach Berlin versandt wurden, sowie zeitgleich entnommene Proben, die in lokalen Kühlschränken unter identischen Bedingungen gelagert wurden. Die Messwerte, die in der Datenbank bereits verfügbar waren, wurden dann verglichen mit erneuter Messung des jeweiligen Analyts aus den verschiedenen Bioproben-Quellen. So lassen sich u.a. der Effekt des Probenversands und der Effekt der Einlagerungsdauer auf das Messergebnis abschätzen. Biometrisch wird das Projekt von Prof. Götz Gelbrich begleitet. 

Abbildung: Untersuchte Proben

Methodik und bisherige Ergebnisse

16 Parameter wurden im Zentrallabor Würzburg gemessen („Nachmessung“) und mit den vorhandenen Messungen bei Blutabnahme („Basismessung“) verglichen. Die Korrelation wird mit Hilfe von Streudiagrammen und Bland-Altman-Diagrammen aufgezeigt. Mögliche Einflüsse auf Veränderungen der Parameter werden mithilfe linearer Regression ausgewertet.

Insbesondere bei der für die Herzinsuffizienz-Forschung wichtigen Frage, ob die Messung von natriuretischen Faktoren und anderen Hormonen über die Zeit stabil ist, fanden sich erfreulicherweise ausgezeichnete Übereinstimmungen zwischen Basis- und Nachmessung. Die Probenqualität lässt sich summarisch als sehr gut betrachten. Es wurden jedoch auch Analyte identifiziert, die bei der Wiederholmessung hohe systematische Abweichungen aufwiesen. Als Einflussfaktoren auf die Qualität der Proben identifiziert wurde die Einlagerungsdauer, die Zeit bis zum endgültigen Einfrieren („Travel-Time“), sowie die Jahreszeit der Probenabnahme. „Ausreißer“ mit hoher Abweichung haben bei einzelnen Proben zu einer relevanten Veränderung der Werte bei der Nachmessung geführt. Dies lässt sich evtl. darauf zurückführen, dass trotz Einlagerung bei einer Temperatur von -80°C Faktoren wie Hämolyse oder Lipämie bedeutsam sind. Die Ergebnisse werden nun zeitnah mit dem KNHI-Teilprojektleitern diskutiert und zur Publikation eingereicht.

Untersuchung von Proben im Labor.