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AP Ischämische Kardiomyopathie und Koronarsklerose

Hintergrund

Die Arteriosklerose ist eine der häufigsten Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems in den westlichen Industrienationen. Im Rahmen einer zunehmenden Alterung der Gesellschaft muss mit einer ansteigenden Arterioskleroserate gerechnet werden. Hinzu kommen in der Gesellschaft verbreitete Risikofaktoren wie Fettstoffwechselstörungen, Rauchen, Diabetes und Bluthochdruck.

Folge einer fortschreitenden Arteriosklerose in den Koronargefäßen ist die Verlegung des Gefäßlumens, was einen Myokardinfarkt im nachfolgenden Herzgewebe bedingt. Dieser Untergang von Herzmuskelzellen schwächt das Herz und kann zur Ausbildung einer chronischen Herzinsuffizienz mit verminderter Pumpleistung und Aufweitung der Herzkammern führen.

Für Patienten geht mit der verminderten Pumpleistung eine reduzierte körperliche Leistungsfähigkeit einher, die im Fall einer schweren Herzinsuffizienz bis zur Luftnot in Ruhe fortschreiten kann.

Zielsetzung

Die Heinz-Nixdorf-Recall-Studie ist eine große wissenschaftliche Untersuchung zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch die es erstmals möglich wurde, in der Bevölkerung des Ruhrgebietes Aussagen zur Arteriosklerose zu generieren. Im Rahmen der Heinz-Nixdorf-Recall-Studie wird die Verkalkung von Herzkranzgefäßen mittels Elektronenstrahltomographie bestimmt. Das Ausmaß der Koronarverkalkungen lässt Rückschlüsse auf das Ausmaß der Arteriosklerose in den Herzkranzgefäßen zu. Darüber hinaus wird die Arteriosklerose über indirekte Nachweisverfahren einschließlich Doppleruntersuchungen und Belastungstests abgeschätzt. Die Angaben über das Ausmaß der Arteriosklerose werden im Rahmen des Forschungsprojektes mit Herzinsuffizienzparametern in Verbindung gesetzt. Hierdurch wird es möglich, den Einfluss der Arteriosklerose für die Ausbildung einer chronischen Herzinsuffizienz in Deutschland im Rahmen einer epidemiologischen Untersuchung zu klären. Der 5 Jahres Follow-up konnte 2008 beendet werden.

Hauptergebnis

Mit Hilfe moderner bildgebender Verfahren (CT, MRT) lassen sich die durch Durchblutungsmangel bedingten (ischämischen) Kardiomyopathien von nicht-ischämischen Krankheitsformen in aller Regel abgrenzen. Diese Unterscheidung erlaubt bereits in einem frühen Krankheitsstadium eine differenziertere Therapie.

Schlüsselpublikationen

  • Schuster A et al. Imaging in the management of ischemic cardiomyopathy special focus on magnetic resonance. J Am Coll Cardiol. 2012;59:359-70.
  • Henkel DM et al. Association of myocardial fibrosis, B-type natriuretic Peptide, and cardiac magnetic resonance parameters of remodeling in chronic ischemic cardiomyopathy. Am J Cardiol. 2012;109:390-4.
  • Streitner F et al. Comparison of ventricular tachyarrhythmia characteristics in patients with idiopathic dilated or ischemic cardiomyopathy and defibrillators implanted for primary prevention. Clin Cardiol. 2011;34:604-9.

Forschungsperspektive

Durch weiterführende Forschungsuntersuchungen sollen die genauen Zusammenhänge zwischen einer Verkalkung der Herzgefäße (Koronarsklerose) und der krankhaften Ausweitung (Dilatation) der Herzkammern geklärt werden.

Kontakt

Prof. Dr. Raimund Erbel
Universitätsklinikum Essen
Klinik für Kardiologie
Tel.: +49 (0)201 7234800
E-Mail: ed.nesse-kunull@lebre