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AP Effekte einer selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmung bei depressiven Patienten mit Herzinsuffizienz

Hintergrund

Depression und chronische Herzinsuffizienz sind klinisch und ökonomisch von hoher Bedeutung. Bei einer Häufigkeit von etwa 4 Mio. Betroffenen in der Bundesrepublik Deutschland haben 20 bis 40% dieser herzinsuffizienten Patienten auch eine Depression. Herzinsuffizienz und Depression beeinflussen einander – mit ungünstigen Auswirkungen auf Lebensqualität, Kosten, Morbidität und Mortalität. MOOD-HF ist die erste randomisierte und kontrollierte Studie, die Sicherheit und Langzeiteffekte der Therapie einer klinisch relevanten  komorbiden Depression bei Patienten mit Herzinsuffizienz mittels eines selektiven Wiederaufnahmehemmers auf ‚harte’ klinische Endpunkte  untersucht. MOOD-HF wird damit zur Entwicklung evidenzbasierter Leitlinien beitragen.

Zielsetzung

Die multizentrische MOOD-HF-Studie soll  in einem zweiarmigen, doppelblinden und plazebokontrollierten Design klären, ob und durch welche Mechanismen eine Behandlung mit dem selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer Escitalopram Mortalität, Morbidität, Lebensqualität, psychisches Wohlbefinden und weitere Endpunkte (z.B. Gesundheitsökonomie, Biomarker, Vasorekativität) bei Patienten mit Herzinsuffizienz und klinisch relevanter komorbider Depression verbessert. Gleichzeitig soll geprüft werden, wie weit bereits eine Optimierung der Herzinsuffizienztherapie zur Besserung auch der Depression führt.

Hauptergebnis

Iniitiiert wurde eine multizentrische Langzeitstudie, die klären soll, ob Antidepressiva vom Typ SSRI den Krankheitsverlauf, die Sterblichkeit, die Befindlichkeit und die Lebensqualität von Patienten mit Herzinsuffizienz und gleichzeitiger Depression positiv beeinflussen können (MOOD-HF-Studie). Auch die potenziellen Wirkmechanismen und die Kosteneffektivität der Therapie werden untersucht.

Schlüsselpublikationen

  • Angermann CE et al. Rationale and design of a randomised, controlled, multicenter trial investigating the effects of selective serotonin re-uptake inhibition on morbidity, mortality and mood in depressed heart failure patients (MOOD-HF). Eur J Heart Fail. 2007;9:1212-22.
  • Angermann CE et al. Somatic correlates of comorbid major depression in patients with systolic heart failure. Int J Cardiol. 2011;147:66-73.
  • Lossnitzer N et al. Incidence rates and predictors of major and minor depression in patients with heart failure. Int J Cardiol. 2012 Feb 16. [Epub ahead of print].

Forschungsperspektive

Die MOOD-HF-Studie wird erstmals verlässliche Informationen zum Nutzen einer spezifischen antidepressiven Therapie bei Herzschwächepatienten mit gleichzeitiger Depression liefern. Erste Ergebnisse sind in zwei bis drei Jahren zu erwarten.

Kontakt

Prof. Dr. Christiane Angermann
Universitätsklinikum Würzburg und Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg
Tel.: +49 (0)931 20146360
E-Mail: ed.grubzreuw-inu.kinilknull@c_nnamregna