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AP Das Berliner Herzinsuffizienz-Register

Hintergrund

Die Herzinsuffizienz ist eine kardiovaskuläre Erkrankung, deren Häufigkeit in Deutschland wie auch weltweit ansteigt. Sie wird häufig zu spät erkannt und behandelt, die Sterblichkeit dabei gleicht der einer fortgeschrittenen Krebserkrankung. Zahlreiche, kontrollierte Studien haben an Patienten mit Herzinsuffizienz belegt, dass sowohl Morbidität als auch Mortalität durch eine stadienangepasste Therapie entscheidend gesenkt und die Lebensqualität verbessert werden kann. Die Penetration dieser Ergebnisse in den klinischen Alltag ist jedoch unzureichend. Zum einen betreffen die derzeit steigenden Hospitalisierungs- und Mortalitätsraten im Wesentlichen ältere Patienten, die in den randomisierten Studien unterrepräsentiert sind. Zum anderen ist die Umsetzung der evidenzbasierten Therapiemaßnahmen auch bei dafür geeigneten Patienten nicht zuletzt aufgrund ökonomischer Zwänge unzureichend. Im Gegensatz zu anderen Herzerkrankungen wie z. B. dem Herzinfarkt oder Vorhofflimmern, deren Epidemiologie und Versorgungslage im Rahmen von nationalen und regionalen Registern (Berliner Herzinfarkt Register) gut untersucht sind, gibt es zur Herzinsuffizienz keine systematischen Untersuchungen mit repräsentativen Daten.

Zielsetzung

„TOP 40“ (Therapie-Outcome und Prävention bei linksventrikulärer Ejektionsfraktion unter 40 Prozent) ist die Keimzelle eines Berliner Herzinsuffizienz Registers, welches den Versorgungsstand von stationären Patienten mit systolischer Herzinsuffizienz ermitteln wird. Besondere Beachtung findet dabei die Leitlinientreue bezüglich der Medikation und Implantat Therapie (ICD, CRT). Die Ergebnisse des Pilotprojekts sollen die Grundlage bilden für Konzepte zur Qualitätssicherung und zur Optimierung regionaler Versorgungsstrukturen.

Hauptergebnis

Im Rahmen des TOP-40-Registers wurde bei Herzinsuffizienz-Patienten in universitären und nicht-universitären Kliniken Berlins die Behandlung in Bezug auf die geltenden Leitlinien verglichen. Demnach kommen in Universitätskliniken mehr Betablocker, Herzkatheteruntersuchungen sowie Schrittmacher und Defibrillatoren zum Einsatz als in außeruniversitären Krankenhäusern.

Schlüsselpublikation

  • Tscholl V et al. Differences in the management of patients with heart failure in university and non-university hospitals in Berlin: the TOP 40 (therapy outcome and prevention) pilot-registry. Poster präsentiert beim ESC HFA Congress, Göteborg, 2011.

Forschungsperspektive

Ergebnisse aus Herzinsuffizienz-Registern liefern wichtige Informationen zur Versorgung der Patienten. Die 1-Jahres-Nachverfolgung im Rahmen des TOP-40-Registers wurde abgeschlossen und befindet sich in der Auswertung. Ein langfristiges Follow-up ist geplant.

Kontakt

PD Dr. Hans-Dirk Düngen
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie
Tel.: +49 (0)30 450676818
E-Mail: ed.etirahcnull@negneud.krid-snah

Dr. Richard Stern
Jüdisches Krankenhaus Berlin, Zentrum für Herzinsuffizienz
Tel.: +49 (0)30 49942277
E-Mail: ed.enilno-bkjnull@nretS.drahcir