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TP 5 Genetische Ursachen der Herzinsuffizienz

Hintergrund

Primär vom Herzmuskelgewebe ausgehende Erkrankungen – die Kardiomyopathien – sind nach den Herzkranzgefäßerkrankungen und dem Bluthochdruck in den westlichen Industrienationen die dritthäufigste Ursache der Herzinsuffizienz. Die häufigste Form der Kardiomyopathien ist die dilatative Kardiomyopathie (DCM), bei der es zu einer Erweiterung der Herzhöhlen mit Funktionsverlust kommt. Die zweithäufigste Form ist die sogenannte hypertrophe Kardiomyopathie (HCM), bei der es zu einem vermehrten Muskelwachstum des Herzens kommt.

Die enormen Fortschritte in der Identifikation von Krankheitsgenen haben das Verständnis der Kardiomyopathien grundlegend verändert. Bekannt ist, dass Mutationen zu verschiedenen Erscheinungsformen und unterschiedlichem Fortschreiten der Erkrankung führen. Eine Genuntersuchung ist bislang jedoch wissenschaftlichen Fragestellungen vorbehalten und damit auf wenige Patienten bzw. Familien begrenzt. Es fehlt hingegen an Erfahrungen bei ausreichend vielen, präzise genotypisierten Patienten, um die Bedeutung einzelner Mutationen für den sehr variablen klinischen Verlauf bei Kardiomyopathien abschätzen zu können.

Zielsetzung

Das TP 5 verfolgt im Wesentlichen zwei Ziele: Einerseits soll durch eine vernetzte Forschung Patienten mit hypertropher (HCM) und dilatativer Kardiomyopathie (DCM) die Möglichkeit einer molekularen Diagnostik angeboten werden. Dabei steht die Entwicklung und Validierung eines molekulargenetischen Diagnostikverfahrens, das den Anforderungen einer zeitnahen, kostengünstigen und präzisen humangenetischen Untersuchung genügt, im Vordergrund. Andererseits sollen diese Untersuchungen repräsentativ Art und Häufigkeit von Mutationen in den bekannten Krankheitsgenen erfassen sowie ihre Beziehung zur klinischen Ausprägung der Herzinsuffizienz aufzeigen.

Hauptergebnis

Anhand der DNA-Proben von 236 Patienten mit hypertropher Kardiomyopathie und 652 Patienten mit dilatativer Kardiomyopathie wurden zwei für die Krankheitsentstehung bedeutsame Gene (MYH7; MYBPC3) sequenziert. Dabei ließen sich wichtige Zusammenhänge zwischen verschiedenen Mutationen einerseits und Störungen der Herzfunktion und -struktur andererseits aufdecken.

Schlüsselpublikationen

  • Waldmüller S et al. Novel correlations between the genotype and the phenotype of hypertrophic and dilated cardiomyopathy: results from the German Competence Network Heart Failure. Eur J Heart Fail. 2011;13:1185-92.
  • Budde BS et al. Noncompaction of the ventricular myocardium is associated with a de novo mutation in the beta-myosin heavy chain gene. PLoS One. 2007;2:e1362.

Forschungsperspektive

Die einbezogenen Patienten sollen mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft in einer Follow-up-Studie weiter untersucht und betreut werden. Die DNA-Proben stehen für Kooperationsprojekte, z. B. Next-Generation-Analysen von Genotyp-Phänotyp-Korrelationen, zur Verfügung.

Kontakt

PD Dr. Thomas Scheffold
Celenus Fachklinik Freiburg
Tel.: +49 (0)761 888595945
E-Mail: ed.grubierf-kinilkhcafnull@dloffehcs.t