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TP 9b Herzinsuffizienz und kardiovaskuläre Erkrankungen bei HIV-Infizierten Personen

Hintergrund

Die Infektion mit dem HI-Virus betrifft nicht nur das Immunsystem des menschlichen Organismus. Weitere Organsysteme, einschließlich des Herzens, sind ebenso mit betroffen. Durch die Einführung neuer Therapiekonzepte zur Behandlung der HIV-Infektion in den letzten Jahren gelang es, die Immunlage der Mehrzahl der HIV-positiven Patienten nachhaltig zu verbessern. Trotz fehlender Kenntnisse über Langzeiteffekte finden die neuen Therapiekonzepte in den westlichen Industrieländern verbreitete Anwendung.

Dabei lässt das Nebenwirkungsspektrum der antiretroviralen Therapie einen Anstieg kardialer Erkrankungen erwarten. Unklar ist, ob in den nächsten Jahren Krankheiten wie die dilatative Herzinsuffizienz eine lebenszeitbegrenzende Rolle in diesem Patientenkollektiv einnehmen werden. Zur HIV-assoziierten Kardiomyopathie und deren Ursachen liegen bisher weder in Deutschland noch international verlässliche Daten vor.

Zielsetzung

Das Teilprojekt „Herzinsuffizienz bei HIV-positiven Patienten“ erfasst die Inzidenz der dilatativen Kardiomyopathie bei HIV-positiven Patienten unter Berücksichtigung des Geschlechts, des Stadiums der HIV-Infektion und der antiretroviralen Therapie.

Neben der Häufigkeit der HIV-assoziierten Kardiomyopathie werden durch das Forschungsvorhaben Informationen über die Pathomechanismen und den Verlauf der Erkrankung gewonnen. Aus diesen Daten lassen sich Anhaltspunkte für das Auftreten und die Prognose der HIV-assoziierten Kardiomyopathie ableiten, die zur Früherkennung und zur Entwicklung präventiver Maßnahmen beitragen können.

Hauptergebnis

Bei rund zehn Prozent der in Deutschland lebenden HIV-positiven Personen findet sich derzeit eine kardiovaskuläre Erkrankung. Vor allem bei älteren HIV-infizierten muss in den kommenden Jahren mit steigenden Erkrankungsraten gerechnet werden.

Schlüsselpublikationen

  • Neumann T et al. Prevalence and natural history of heart failure in outpatient HIV-infected subjects: rationale and design of the HIV-HEART study. Eur J Med Res. 2007;12:243-8.
  • Reinsch N et al. Prevalence of cardiac diastolic dysfunction in HIV-infected patients: results of the HIV-HEART study. HIV Clin Trials. 2010;11:156-62.
  • Neumann T et al. Smoking behavior of HIV-infected patients (in press).

Forschungsperspektive

Basierend auf dem Teilprojekt konnte ein weiterführendes prospektives Nachsorge-Programm zur Erfassung kardiovaskulärer Erkrankungen bei HIV-infizierten Personen etabliert werden. Der daraus resultierende einzigartige Datenpool steht für wissenschaftliche Kooperationen mit akademischen und industriellen Partnern zur Verfügung.

Kontakt

PD Dr. Till Neumann
Univerisitätsklinikum Essen
Klinik für Kardiologie
Tel.: +49 (0)201 7234866
E-Mail: ed.nesse-kunull@nnamuen.llit